Der Alltag als Wipptier

Ferienbelastung

Ich schrieb ja schon: Hier ist es seit ein paar Wochen doch ruhig. Es ist manchmal so, dass ein Herzthema das Herz berührt und dann kann ich leider nicht darüber schreiben – es blockiert. Na ja. Ändern kann ich es wohl nicht, aber ich denke, das ist ok?! Nicht umsonst predige ich allen, die es hören wollen (oder auch nicht), dass sie auf sich selbst am meisten achten müssen.

Jedenfalls: Aktuell herrscht hier schon 1 Woche das Kinder-Ferienlager – oder wie ich es für mich nenne „die Ferienbelastung hat begonnen“.

Was für mich wie die PURE Herausforderung wenn nicht gar eine Belastungsprobe ist! Ich habe anfang des Jahres ganz naiv gedacht, dass sich das irgendwie schon regeln wird, das Ding mit den Ferien. Daher plante ich nicht wirklich irgendeine Lösung. Man muss auch mal Mut zur Lücke haben.

 

Und seien wir ehrlich. Irgendwie kriegen wir es ja auch immer wieder hin. Aber zu welchem Preis?

 

Letzte Woche erfuhr ich mal wieder, wie wenig Kraft ich habe. Peng. Plumps. Akku im Minusbereich. Jedes Handy hätte schon längst seinen Geist aufgegeben. An dem Abend, da reichte es nur noch für „Bitte baut mich auf“ in meinem Netzwerk.

Das funktionierte Gott sei Dank tadellos. Der schale Beigeschmack der Frage meines eigenen Unterbewusstseins“du sitzt am Boden, stehst du noch mal auf?“ bleibt. Rappelst du dich noch mal auf, dröhnt mein Kopf? Mein letzter Post hier: Ja natürlich stehe ich wieder auf – da ist ja noch ein Kind! Und auch diesmal stand ich wieder auf. Danke Christine und Sandra.

Ich weiß jetzt, hier muss dringend eine außerordentliche Entlastung her. Eine, die den Kreislauf durchbricht.

Mein Alltag sieht so aus: Ich arbeite, organisiere die Betreuung meines Kindes (nein, es gibt keine offizielle für arbeitende Alleinerziehende von 7:30 bis 12h, es ist mit Privatpersonen organisiert…), betreue selbst und führe einen Haushalt. Soziale Kontakte und Blogs mal außen vor. Widme ich mich auch nur einem Bestandteil dieses ausgeklügelten Biotops von Alltag, dann kippt meine Kraft dahin. Es ist wie so ein Wipptier, auf dem vier Kinder sitzen können – kennt ihr? Wenn ich mich als Mutter auf einen Arm setze, dann braucht es schon mehr als ein Kind, dass ich wieder hoch komme.

 

Und an den besagten Tagen, da ist es vielleicht die Betreuung des wirklich geliebten liebenswerten Kindes, welches mich zum kippen bringt. Da lese ich auf Pinterest 65 Tipps, was man mit Kindern in den Ferien so an Entertainment starken Ideen umsetzen kann: WUHUUUU Danke! So viele Tipps! Aber wo genau bekomme ich die Energie dafür her? Manchmal versetzt mich ein „MAMAAAA, basteln?“ so in Panik, dass ich kurz überlege, wie wir dieser Situation am geschicktesten ausweichen können.

Kennt ihr das? Bitte sagt mir, dass ihr das auch kennt? Nicht, weil ihr nicht gern bastelt, sondern weil euch einfach nicht die Energie in die benötigten Körperteile fließen will?

 

Der Alltag als Wipptier
Der Alltag als Wipptier

Denn die Geduld mich mit dem Bau einer Rakete zu beschäftigen, bringe ich mit einem Akku im Code-Red-Bereich wirklich nicht auf. Beschäftigt sich mein taffer Sohn dann allein, kommt direkt das schlechte Gewissen. Dann springe ich schnell auf den Haushaltsarm der Wippe. Puh, geschafft!
Die Idee, die Stunden zu reduzieren, die hatte ich bereits auch. Darum arbeite ich ja momentan nur Vormittags. Allerdings in einem Bereich, der mich mehr als fordert. Außerdem ist ja Ferienbelastungstest! Das heißt, am Nachmittag ist der Betreuungs-Wipp-Arm wieder voll dabei. Sehr beliebt dieser Wipp-Arm. Ist schon etwas abgewetzt.

Was mir bleibt? Projekte wie diese hier zu minimieren. Mich nicht im Jammer-Tal zu verlieren, sondern gezielt immer wieder das Gute sehen. Überlegungen anstellen, wie ich mir eventuell durch eine Hilfe, eine etwas dauerhaftere Entlastung für mich finde. Und nicht zu letzt, wie ich vielleicht etwas belastbarer werde? Vermessene Idee, aber vielleicht erübrigt sich dieser Punkt, wenn alles andere mal stimmig ist?

 

Wer sich jetzt fragt, was die eigentliche Aussage dieses jammerhaften, weinerlichen Posts ist? Es gibt nur diese eine Aussage, die wir alle nicht mehr hören können und doch so gönner-könnerhaft ignorieren:

Holt euch Hilfe und achtet auf eure Kraft! Nur weil die Nachbarin 2 Jobs hat, müsst ihr das nicht auch tun!

 

Bildquellen: Titelbild und Beitragsbild von Pixbay.com

Petra

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