Teil 2 zu „Arbeitslosigkeit und Depressionen“ – Veränderungsvorschläge

Im vorherigen ersten Teil meiner Serie „Arbeitslogkeit und Depressionen“ habe ich über die Gründe geschrieben, die Alleinerziehende bzw. Eltern in Arbeitslosigkeit in die Depression / Burnout treiben können. Ich möchte noch mal betonen, dass ich Alleinerziehende / Eltern und Depressionen hier thematisch in Verbindung bringe, WEIL es eben eine unfassbar große Schnittmenge gibt.

Und tatsächlich ist es wohl ein sehr sensibles Thema. Kommentiert hat kaum einer. Und das verstehe ich, sehr sogar! Denn wer mag auch schon darüber reden? Das Thema ist unangenehm.
Darum rede ich! Denn es ist wichtig, dass wir erkennen, dass wir krank sind und mit bestimmten Situationen nicht gut umgehen können. Und es ist nötig, dass jemand schreibt, was anders laufen muss, damit depressive Eltern mit der Arbeitslosigkeit besser umgehen können. Woher soll es die Gesellschaft sonst wissen, wenn es niemand sagt. Doch ich greife fast mein Fazit vorweg 🙂

Meine Veränderungsvorschläge wie man mit Eltern in Arbeitslosigkeit UND Depressionen umgehen könnte

Ich habe mal einige Alleinerziehende (teils depressiv) gefragt, was sie den zuständigen Personen im Arbeitsamt für Veränderungsvorschläge unterbreiten würden – mit dem Ziel, dass der Umgang miteinander an Aggression verliert. Dabei ging es NICHT darum zu sagen, alle müssten freundlicher werden, sondern um konkrete Veränderungsvorschläge.

 

Aus allen Antworten konnte ich ein Fazit ziehen:
Mitarbeiter des Arbeitsamtes und des Jobcenters benötigen ganz dringend Fortbildungen!

Darüber, wie sich die Lebensverhältnisse von Alleinerziehenden und kranken Menschen (vor allem mit Burnout / Depressionen, da dies auch andere, schwere Krankheiten meist mit betrifft) darstellen (Christine, ich nenne dich hier, denn du hast es auf den Punkt gebracht).

1. Idee: Schulungen über Krankheiten und Lebensmodelle

Wie kann das helfen? Ganz einfach: Die Beratungen der Ämter verlaufen nach Schema F. Die Mitarbeiter haben einen Ablaufplan, den sie strikt einhalten müssen. Ermessensspielraum gibt es zwar, wird aber wenig ausgereizt (so meine Erfahrungen). In ihren Ablaufplänen ist aber kein individueller Lebensplan des sogenannten Kunden enthalten. Dabei sind wir alle vor allem eines: Individuen (und eigentlich keine Sache). Das Problem liegt natürlich darin begründet, dass kein Amt der Welt ein Konzept für jeden einzelnen Fall ausarbeiten kann (ich sage: möchte). Immerhin liegt die Arbeitslosenzahl in Deutschland bei 2,7 Millionen im Durchschnitt (für das Jahr 2017). Wie könnte man da Einzelfälle berücksichtigen – mit so wenig Mitarbeitern?

 

HALT – STOP, Moment. Beläuft sich die Zahl der Alleinerziehenden nicht auf 1,6 Millionen in Deutschland und leiden nicht ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland im Jahr an einer Depression? Ich glaube nicht, dass wir hier von Randgruppen sprechen. Die Überschneidungen dieser Gruppen ist – meines Erachtens – sicherlich wahnsinnig hoch! Die Zahl der Depressionen ist höher (wenn nicht sogar mit den Dunkelziffern mitgerechneten Menschen doppelt so hoch) als die Zahl der Arbeitslosen. Selbst wenn ich depressive Jugendliche und Rentner heraus rechne, so können wir doch davon ausgehen, dass wir hier von einer Art Standardfall sprechen, statt von individuellen Einzelfällen: Sehr viele Arbeitslose leiden an Depressionen. Sehr viele davon sind ein Elternteil!

 

Wenn ich hier falsch liege, bitte ich, mir konkrete Zahlen zu nennen!
Dazu würde ich mir eine Untersuchung wünschen, wie hoch der Anteil der Depressiven und Alleinerziehenden bei den Arbeitsamt-Kunden pro Tag (!) ist. Wir kämen sicher auf erstaunliche Ergebnisse!

2. Idee: Abschaffung des Gedankens, depressive Eltern beim Amt wären Einzelfälle!

Wir sollten uns daher bemühen, diese doch recht große gesellschaftliche Problematik auch in Ämtern wie der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern zu berücksichtigen. Was das konkret bringt? Schon allein, wenn ein depressiver Kunde WEIß, dass er zu einem auf Depressionen und Elternschaft geschulten Sachbearbeiter gehen kann, wird sich sein Gedankengang massiv ändern. Der Gang zum Arbeitsamt würde viel leichter fallen, wenn man auf verständnisvolle Worte trifft. Ein depressiver Mensch wird viel offener und vor allem ehrlicher über sich und seine Möglichkeiten nachdenken, wenn er weiß, dass sein Gegenüber Ahnung von der Sachlage aka Krankheit hat.

3. Idee: Basierend auf 1 und 2 rhetorisch geschulteres Personal

Außerdem glaube ich, dass sehr viele Missverständnisse und Streitigkeiten zwischen den Mitarbeitern und Kunden allein auf rhetorisch unterirdisch geschulte Mitarbeiter beruhen. Natürlich sind sie in Deeskalation geschult, aber wie oft erleben wir, dass unbedarft etwas gesagt wird, weil Mitarbeiter die Situation nicht kennen oder etwas sehr plump ausdrücken? „Das ist ja sicher kein Problem für Sie!“ Solche Sätze können bei Depressiven eine Phase auslösen! Wussten Sie das?

 

Mein Fazit zu den Verbesserungsvorschlägen für die Agentur für Arbeit

Aber wichtig ist und bleibt:

Thematische und Rhetorische Weiterbildungen pro Jahr auf stets aktualisierte Sachlagen (wie aktuelle Forschungen / Studien zu Depressionen und Eltern) – das wäre mein größter Wunsch, wenn ich positive Veränderungen herbeisehnen würde!

Und was ändern wir noch beim Thema Arbeitsamt und depressive Menschen?

Ich bin mir sicher, dass dann alle anderen Veränderungen wie mögliche Spielecken für Kinder in den Ämtern, bessere Erreichbarkeit der Sachbearbeiter, vereinfachte Workflows oder spezielle Helfer, die depressive Menschen durch den Antragsdschungel bringen (das kann man als Depressiver nämlich nicht und versäumt Fristen!!!) und individuellere Terminvergaben fast von alleine folgen werden – denn da wo Verständnis die Grundlage bildet, können produktive Veränderungen geleistet werden!

 

Aktuell befinden wir uns nur bei dem motzigen Verhalten von Kindern: „wenn Sie zickig werden, dann werde ich das auch“ und „der andere muss aber zu erst respektvoll sein“. Was würde man Kindern wohl antworten? Genau: Verstehe Deinen Gegenüber, nur dann kannst Du Dir ein Urteil erlauben.

 

 

P.S.: Ich bin mir sicher, dass ich dieses Thema noch mal auf allerlei-themen.de aufgreifen werde. Denn hier im Blog habe ich mich auf das Thema Depression konzentrieren müssen. Dabei gäbe es für die Gruppe „Alleinerziehende“ noch weitere, wichtige Ansatzpunkte, die ich gern an anderer Stelle beleuchten möchte!

 

Bildquelle: Pixabay.com (Alexas_Fotos)

 

 

Petra

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